1. Osnabrücker Buchmesse am 26.01.2019

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Die erste Veranstaltung dieser Art wurde bei von den Besucher-/innen gut angenommen. Erst ab circa 15:45 Uhr sei der Ansturm ein wenig zurückgegangen, so erfuhr ich in einigen Gesprächen mit den Autoren & Autorinnen. Der Wunsch wurde oft geäußert, das diese Buchmesse im kommenden Jahr doch bitte erneut veranstalten werden sollte. Doch erstmal wird am Ende erstmal Bilanz gezogen und dann gibt es vielleicht ja eine erneute Auflage dieser tollen Veranstaltung.

 

Die Autorin Miriam Rademacher, sie stellte ebenso ihre Werke vor wie viele andere Schriftsteller -/innen ebenso. Vielen Dank für die nette und freundliche Unterhaltung.dsc05878

Miriam Rademacher das Interview und weitere Infos….

 

 

Maria Braig eine weitere nette und aufgeschlossene Autorin stellte ihre Werke ebenso vor. Für interessierte Leser-/innen nahm sie sich Zeit, stand Rede und Antwort. Schön auch dich mal persönlich kennenlernen zu können.

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Rezension nennen wir sie Eugenie

Autorenseite Maria Braig

 

 

Anne Koch-Gosejakob hat es sich auch nicht nehmen lassen und zeigte ihre Bücher ebenso auf dieser Veranstaltung. Dir danke ich auch für das freundliche/nette Gespräch.

 

Rezension und weitere Infos zur Autorin.

 

 

Die Schriftstellerin und Lehrerin Tina Schick hatte auch einen Stand aufgebaut, sie war freundlich / aufgeschlossen im Gespräch. Schön dich wiedergesehen zuhaben.

Bild könnte enthalten: 1 Person, lächelnd, Kamera, Sonnenbrille, im Freien und Natur

Interview mit Tina Schick

 

Das war jetzt eine kleine Auswahl von vielen Aussteller-/innen vor Ort bei der Buchmesse in Osnabrück. Vielen Dank an alle die diese Veranstaltung mit organisiert haben bzw. viel Arbeit & Freizeit in Auf-und Abbau gesteckt haben. Wir sehen uns demnächst auf Lesungen bzw anderen Veranstaltungen.

 

Der Parkhausfinne Band 3 Ein Finnlandroman / Rezension

(Taschenbuch)

Bärbel kann es immer noch nicht ganz glauben, dass sie nun in Finnland wohnt. Viel Zeit zum Nachdenken bleibt ihr allerdings nicht zwischen neuem Job, Sprachkursen und dem Versuch, die Eigenheiten von Land und Leuten zu verstehen. Von Alltag wird man wohl nie sprechen können, wenn man den Sänger einer finnischen Band zum Freund hat. Dass Teemu ihr aus heiterem Himmel heraus einen ihrer Herzenswünsche erfüllt, macht die Eingewöhnung dann aber doch etwas leichter und die gemeinsame Zukunft wird für Bärbel in all diesem Chaos besser vorstellbar.

Auch im 3. Band geht es leidenschaftlich, romantisch und charmant chaotisch bei Börbel / Bärbel zu. Es ist immer noch sehr gewöhnungsbedürftig, mit einem bekannten Sänger einer finnischen Band eine Beziehung zu leben. Teemu versteht es gut seine Partnerin immer wieder zum Lachen zu bringen und nachdem er Bärbel den größten Wunsch erfüllt, kann doch eigentlich einem glücklichen Leben in Finnland nichts mehr im Wege stehen, oder doch?

Hierzu empfehle ich euch gerne in die Welt der Bärbel einzutauchen, und irgendwie spielt ein Mops immer eine Rolle in ihrem Leben.

Man sollte mit dem ersten Buch starten, da sonst gewisse Sachverhalte für den Lesenden im Unklaren bleiben werden.

Herzlichen Dank an Waltraud Batz für diese lustige, charmante und humorvolle Geschichte.

Daumen hoch! Ich freue mich sehr über weitere Werke aus deiner Feder!

Rezension zu die tödlichste Lösung…. / Miriam Rademacher…..!!!

Die tödlichste Lösung: Ostsee-Krimi (Hedi Voss ermittelt, Band 1

Der Titel von dem Krimi ,, Die Tödlichste Lösung “ lässt einiges an Interpretation über die Geschichte zu und was passiert da eigentlich nun? Eine junge Frau verstirbt auf einem Event und es soll ein Unglück gewesen sein. Eine Influencerin stachelt die Community an und bringt krude Vermutungen über die Todesursache ans Tageslicht. Unglück, Mord oder was sonst?

Laura A. ist mit Freunden auf einer Party und nach einem heftigen Streit verschwindet die junge Frau, taucht erst später leblos am Strand im Wasser auf. Ihre Freunde wissen augenscheinlich nicht was in der Nacht vorgefallen ist und die Polizei schließt die Ermittlungen ab, es sei halt ein Unfall gewesen, nicht mehr oder weniger.

Hedi Voss wird undercover in diesen Fall hereingezogen, da sie eigentlich im Mutterschutz ist und so stürzt die Beamtin sich in ein gefährliches Abenteuer.

Miriam Rademacher schafft es mit Humor und gut recherchierten Hintergrundwissen, mich als Leser in eine Crime Story zu ziehen die ich so noch nicht erlebt habe. Vor und Nachteile von Social Media werden ausführlich beleuchtet, die Protagonisten erleben es sehr hautnah wie es ist ins Feuer von Vermutungen, Mobbing, Hetze zu kommen.

Von mir bekommt das Buch 5 Sterne und eine absolute Empfehlung.

Taucht ein und ab in einen super guten Krimi.

Viel Freude beim Lesen.

Es lohnt sich auch allgemein Miriam zu folgen, das Sie bereits einige spannende Bücher verfasst hat.

Todesrache: Die Heimsuchung ein Thriller von Elke Billstein… (Rezension)

Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven und ich persönlich empfehle es für Lesende ab dem 16.Lebensjahr.

Der Handlungsstrang ist verständlich, gradlinig und spannend ausgearbeitet. Doch worum geht es eigentlich bei diesem Thriller?

Der Titel verspricht einiges an Spannung und lässt vermuten daß das Böse hier mit im Spiel ist. Ob es an dem wohl ist? Das Cover gefällt mir persönlich gut und im Buchladen wird es zwischen anderen Büchern sehr auffallen und die Bücherwürmer sicher dazu bringen nicht ohne diese Werk den Laden verlassen zu wollen.

Zur Geschichte:

Ein unbeliebter Versicherungsvertreter macht seinen Mitmenschen das Leben zur Hölle, tyrannisiert seine Mieter und scheint auch sonst kein angenehmer Zeitgenosse zu sein. Leichen säumen seinen Lebensweg und dann geschieht es. Das Blatt wendet sich. Er wird heimgesucht, erfährt viel Leid am eigenen Körper und die Toten üben Rache.

Elke Billstein schafft eine Spannung aufzubauen die zum Schluss ein Ende nimmt mit welchem man so sicher nicht gerechnet hat.

Da kommt mir als Lesender schnell die Frage in den Sinn ob es das Jenseits gibt, oder die Seelen der Verstorbenen solange in einer Zwischenwelt gefangen sind bis noch eine Aufgabe in der realen Welt erledigt wurde?

Dieses Buch ist empfehlenswert und bekommt von mir 5 Sterne.

Viel Spaß beim Lesen und die Autorin freut sich sicher auch über Bewertungen bei den gängigen Portalen.

Die Feuerfeder von Nicola Nüchter…. (Rezension)

 


Wieder einmal hat es die Autorin geschafft mich in den Bann zu ziehen und mit in die Wolkenwelt Nubes mitzunehmen. Als der Auserwählte, spürt Ben die Gefahr die sich in der Parallelwelt zusammenbraut und er ebenso wie die Schwestern Lena, Anna und Mica müssen sich schleunigst auf den Weg machen, um den bösen Zauberer Arcus zu entmachten. Der Untergang der magischen Welt steht kurz bevor, die Gesundheit des Herrschers Katar nimmt ab und seine Zauberkraft wird schwächer, können die Geschwister eine Rettung herbeiführen oder übernimmt alsbald die schwarze Magie in Form von Arcus die Herrschaft?
Die Suche nach den Additamenta, die für die Erstellung des vernichtenden Zaubertrank notwendig sind, erweist sich als sehr gefährlich. Schafft es Ben letztendlich der schwarzen Magie den Garaus zu machen?
Taucht ein in Teil 3 der Geschichte über Nubes und fiebert mit wenn Ben und die Geschwister und deren Freunde sich auf den Weg machen um die Welt zu retten.
Das Buch baut auf die vorherigen Teile auf und man sollte die Bücher der Reihe nach lesen um auch so die Zusammenhänge verstehen und erkennen zu können.

Wieder einmal mit sehr viel Phantasie verfasst worden und wer weiß vielleicht kehrt die Autorin mit mir und uns Lesenden eines Tages zurück in die magische mystische Wolkenwelt. Doch vorerst möchtet Ihr ja erst erfahren, was aus bzw. mit Nubes geschehen wird?

Vielen Dank Nicola Nüchter für diese tolle Lesefreunde und von mir bekommt Die Feuerfeder 5 Sterne.
Ich persönlich bin gespannt was es für neue Werke es aus der Feder der Autorin in der Zukunft geben wird.

Freibad in Bad Iburg soll geschlossen werden…..

Symbolfoto

Nach neuesten Informationen aus dem Ratsinformationssystem und weiterer verschiedener Quellen zeichnet es sich ab, dass das Bad in Bad Iburg aufgrund fehlender finanzieller Mittel geschlossen werden soll. Die Besucherzahlen sind nicht ausreichend, um dauerhaft kostendeckend arbeiten zu können und ebenso müssten extrem viele Renovierungs- und Sanierungsarbeiten durchgeführt werden.
Die Verwaltung wird den Ausschüssen und dem Stadtrat nahelegen, den Betrieb des Freibades in Bad Iburg einzustellen.

Auszug aus der Beschlussvorlage der Stadt Bad Iburg Fachbereich III Bürgerdienstleistungen:
Sachdarstellung:
Der bauliche und technische Zustand des Freibades (Umkleidekabinen, Sanitäranlagen, Abdichtung des
Schwallwasserbehälters, Solarabsorberanlage zur Beckenwasserbeheizung, Betonsanierungsarbeiten,
Bedachungen, Heizsystem, Duschwasser, Chlorgasraum, Nichtschwimmerbecken, technische Anlagen) sind in weiten Teilen nicht mehr einwandfrei und bedürfen dringend einer Sanierung bzw. einer umfänglichen Instandsetzung. Dies ist das Ergebnis einer Sanierungsstudie der Stadtwerke Osnabrück. Die Kosten aller
Sanierungs- bzw. Instandsetzungsarbeiten belaufen sich lt. Studie der Stadtwerke vom 22.08.2023 auf
insgesamt 2.634.166,– € netto. Dies aufgeteilt in die Kategorien „kurzfristig, mittel- und langfristig“. Alleine in den Jahren 2018 bis 2022 hat die Stadt Bad Iburg für das Freibad akkumuliert einen
Gesamtfehlbetrag von 1.044.631,09 € aufbringen müssen.
2018: 223.889,06 €
2019: 182.078,68 €
2020: 180.934,19 €
2021: 203.425,32 €
2022: 254.303,84 €
Eine erhebliche Steigerung der bisher sehr mäßigen Besucherzahlen ist nicht zu erwarten. Auch der Verein
zum Erhalt des Freibads konnte hier leider keine Kehrtwende herbeiführen. Private Investitionen bzw.
Investoren können ebenfalls nicht erwartet werden. Nur eine Verdopplung der Besucherzahlen nebst weiterer Erhöhungen der Eintrittspreise könnten bei minimalsten Ausgaben zunächst evtl. für wenige Jahre das jährliche Defizit auf ggf. auf rd. 200.000,– € bis 220.000,– € senken.
Dies ist aber bei den bisherigen Erkenntnissen kaum bis überhaupt nicht realisierbar.

Dieses war nur eine kleine Zusammenfassung der Vorlage und weiteres diesbezüglich kann im Ratssystem nachgelesen werden.

Wird das nun das Endgültige Ende des Freibades in Bad Iburg sein oder findet sich noch eine umsetzbare Lösung dieser Problematik? Am 11.09.2023 wird der Bildungs- und Sozialausschuss öffentlich darüber beraten.

Quelle: Ratsinformationssystem und weitere nicht benennbare Quellen.

Man wird nicht jünger durch den Scheiss! Noch mehr unglaubliche aber wahre Geschichten aus dem Leben eines Notfallsanitäters…

Nachdem ich sein Erstlingswerk verschlungen hatte, da folgte alsbald » Man wird nicht jünger durch den Scheiss«

Erneut nimmt mich der Autor Horst Heckendorn mit in seine Welt des Alltags eines Rettungssanitäters.

Ich bin hautnah als Lesender dabei, wenn er die Abgründe der menschlichen Zivilisation erlebt und hier und da in Fäkalien und Erbrichenes usw. greifen muss.

Doch es gibt auch nicht nur negatives in dem Werk von Horst auch positive, humorvolle Geschichten reihen sich in dieses Buch ein.

Da kommt ein Notruf rein und Horst & Kollegen denken sich zunächst es sei ein Bus indem eine Person ihr Essen auf unnatürliche Weise rückwärts wieder von sich geben muss.

Doch was Sie dann dort erwartet schlägt dem Fass den Boden aus. Es ist dann echt zum „Kotzen“. Beim Eintreffen finden sie eine ganze Busladung voller Menschen vor,die diesem Bedürfnis nachkommen.

Daher eine Bitte vom Rettungsdienst bei einem Notruf immer auf die fünf W“s achten….

Wer meldet…

Wo ist etwas geschehen?

Was ist passiert?

Wieviele Verletzte ( ggf.müssen mehrere Krankenwagen ausrücken)

Welche Art der Verletzung/Not

Warten auf Rückfragen

Denn bei dieser Geschichte musste direkt Verstärkung angefordert werden.

Eine amüsante Sache geschah bei einem Einsatz, bei dem ein Mantafahrer sich an den Auspuff des RTW hing und das Ende vom Lied war der Wagen war „im Eimer“, der Fahrer leicht verletzt. Dem Fahzeugführer war sein eigenes Leid eher egal, er beweinte sein Prestigeobjekt den Manta.

Danke Horst für die Art und Weise wie du die Geschichten verfasst, es wird kein Blatt vor den Mund genommen, alles so verfasst wie es geschehen ist.

Ich kam teilweise aus dem Lachen und Weinen nicht mehr heraus bei der Lektüre von deinem zweiten Buch. Wer sich ebenso daran erfreuen möchte, dem kann ich dieses Werk nur wärmstens empfehlen. 5 Sterne vergebe ich und freue mich auf das 3 Buch.

Bistum Osnabrück zu Austritten und sexuellen Missbrauch….

2021 sind 6146 Menschen aus dem Bistum Osnabrück aus der katholischen Kirche ausgetreten. Es gibt persönliche oder familiäre Gründe für den Austritt oder auch den Wechsel der Konfession. So haben sich Menschen schon lange von der Kirche entfernt oder möchten Steuern sparen. Auch aktuelle Vorkommnisse in der katholischen Kirche (sexueller Missbrauch, Umgang mit Geld) sind häufig der Anlass für den Kirchenaustritt.

Bischof Franz-Josef Bode selbst war in den vergangenen Jahren immer wieder mit Menschen in Kontakt, die aus der Kirche ausgetreten sind. Wichtig sei es, so der Bischof in einem Interview mit katholisch.de, den Kontakt zu halten, mit Treffen, Gesprächsfäden, kleinen Gruppen, in denen es um den Glauben geht. So müsse auch bei Taufen oder Beerdigungen nach Wegen gesucht werden, ob und wie vielleicht Zugänge gewährt werden können. Es braucht eine sehr differenzierte Pastoral und Kirche müsse alles dafür tun, Gemeinschaft und Beheimatung zu bieten.

Bischof Franz-Josef Bode hat betont, dass er im Zusammenhang mit Beschuldigten und Betroffenen von sexualisierter Gewalt in der Kirche Fehler gemacht hat. Er möchte in den kommenden Jahren Verantwortung übernehmen, um Dinge wieder zum Besseren zu führen.

Quelle: Bistum Osnabrück

„Keine halben Sachen“

von Dr. med. Carola Holzner

(„Doc Caro“)

Bei einer Lesung in Melle habe ich Doc Caro ein wenig näher kennenlernen und erleben dürfen. Sie ist eine volksnahe, natürliche, nicht abgehobene und die inzwischen wohl bekannteste Notärztin Deutschlands.

Charmant sowie authentisch las sie aus ihrem zweiten Buch Keine halben Sachen vor. Skurrile, traurige, lustige wahre Geschichten aus dem Alltag als Notärztin wurden vorgetragen. Dabei vergoss die Autorin hin und wieder auch eine paar Tränchen, was die gesamte Geschichte noch natürlicher sowie menschlicher rüber gebracht hat.

Danach begann ich mich auf eine Reise in die Notaufnahme und wurde von der Autorin mit genommen hinter die Kulissen des oft rauen, nicht immer wirklich schönen Arbeitsalltags einer Ärztin.

Sie bleibt sich dabei treu und schildert bildlich und empathisch die Schicksale ihrer Patientinnen und Patienten.

Eine alleinerziehende Mutter erscheint nachts mit ihrem 5-jährigen Sohn in der Notaufnahme und verweigert eine für sie lebenswichtige Operation, da sie keine Kapazitäten frei hat.

Ein Vater, der angehende junge Ärzte während ihres Medizin-Studiums aufrütteln möchte, um dem Tod seiner kleinen Tochter wenigstens einen Sinn zu geben.

Dann gibt es wirkliche Wunder wo Doc Caro erlebt hat, wie Menschen über sich hinaus wachsen können und damit einem älteren Herrn, der dem Tod von der Schippe gesprungen war, das Leben retten, da die Rettungskette von Helfern bis zum Eintreffen der Notärztin – hier Doc Caro – einwandfrei funktioniert hat.

Aber auch kuriose Geschichten über gewisse Dinge, die man eigentlich nicht mit in die Notaufnahme nehmen sollte, oder wo sie selbst bis an ihre Grenzen geht. Doc Caro Holzner schafft es mich als Leser für diese Thematik zu begeistern, zeigt Schattenseiten, Schicksale und einen Weg auf wie jeder von uns jederzeit helfen kann.

Doc Caro erklärt Krankheiten so, dass wirklich jeder – Menschen wie du und ich – die Zusammenhänge ohne Probleme verstehen kann. Verschiedene Krankheitsbilder werden erzählt, sehr bildlich beschrieben und machen das Buch für mich persönlich auch wertvoll, interessant.

Die Offenheit, Natürlichkeit der Autorin werden gut transportiert und schriftlich kommuniziert. Vielen Dank für das Buch und ich freue mich auf weitere interessante Bücher, Beiträge etc. von Doc Caro.

Vielen lieben Dank für den schönen Abend im Forum Melle. Das Buch und auch die Lesung im November 2022 waren sehr bewegend, emotional, authentisch, aber auch humorvoll und lustig.

Sehr empfehlenswert!!!

#ichrettedeinleben

Karsten Meyer

Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie im Interview….

Osnastadtkreisblogger:

Wie haben Sie die Zeit während der Pandemie erlebt?

Karsten Meyer:

Da die Pandemie derzeit noch weiterhin nicht beendet ist und wir eher in eine noch schwierigere Phase der Pandemie hineingehen, kann ich nur zu dem bisherigen Verlauf Stellung nehmen. Dies war für alle Beteiligten erheblich belastend, sowohl privat als auch beruflich ist diese Zeit eine große Herausforderung für alle, es fehlen soziale Kontakte, die insbesondere für die Kinder, aber auch natürlich für die psychisch erkrankten Menschen – als auch für alle Menschen notwendig sind. Die Folgen hiervon werden sich noch in den nächsten Monaten und Jahren zeigen, was die Gesellschaft auch im weiteren Verlauf noch vor große Herausforderungen stellen wird.

Osnastadtkreisblogger:

 Wurden die Suchterkrankungen durch oder mit Corona verstärkt. Gab es wenig Veränderungen zu beobachten?

Karsten Meyer:

Hierzu fehlen bislang wissenschaftlich belastbare Erhebungen, allerdings ist bekannt, dass die Beantragung und auch die Genehmigung, vornehmlich von Rehabilitationsmaßnahmen durch die Rentenversicherungsträger um ca. 20 % rückläufig sind, seit die Pandemie begonnen hat. Die Suchtberatungsstellen hatten im Jahr 2020 über mehrere Monate hinweg keine Möglichkeiten mehr, in Präsenz für Menschen als Anlaufstellen zu fungieren, die Rehabilitationskliniken mussten aufgrund einer Verordnung des Landes Niedersachsen vorübergehend teilweise schließen, vor dem Hintergrund, dass die Bettenkapazität dieser Kliniken als „Reservebetten“ vorgehalten werden sollten. Die auch heute noch gültigen und notwendigen Hygienekonzepte der Kliniken haben eine geringere Belegung notwendig gemacht, die teilweise bis heute noch anhält, die Gruppengrößen in den Behandlungen (sowohl ambulant als auch stationär) werden auch heute noch angepasst, bis heute finden sich keine adäquaten, teilstationären Behandlungsmöglichkeiten.

Dies war und ist ein massiver Einschnitt für die Behandlung von Suchterkrankten Menschen, der sich sicherlich negativ auf die Lebensqualität von Sucht erkrankten auswirkt. Insbesondere auch in der psychotherapeutischen Behandlung von Menschen, ist das Tragen von Masken notwendig, hier fehlt den Behandelnden die Möglichkeit, die Mimik zu interpretieren, was auch die Intensität der psychotherapeutischen Behandlung beeinträchtigt. In dieser Gesamtheit der Beeinträchtigungen (und dies sind noch längst nicht alle), die Suchterkrankungen in Gänze zugenommen haben dürften. – Ein weiterer Aspekt ist natürlich auch, dass durch die oben benannte Minderung von sozialen Kontakten auch ein Wegfall von äußeren Strukturen, wie auch „Kontrollen“ zu verzeichnen ist, sodass z.B. ein Rückfall durch Kolleg/innen oder Vorgesetzte weniger schnell aufgedeckt wurden und die Suchterkrankten weniger schnell einer notwendigen Behandlung zugeführt werden konnten.

Osnastadtkreisblogger:

Ab wann gilt aus Ihrer Sichtweise jemand als suchtkrank und kann ein Suchterkrankter jemals wieder die Kontrolle über das Suchtmittel erhalten oder ist es schier unmöglich?

Karsten Meyer:

Möchte ich meine eigene Antwort vom 27.01.22 zum Thema kontrolliertes Trinken zitieren, die dort gemachten Angaben ergeben sicherlich ein entsprechende Antwort der Frage, meine eigene Sichtweise einer Suchterkrankung spielt keine wesentliche Rolle, es gibt klare Kriterien der Weltgesundheitsorganisation, wenn diese erfüllt sind, liegt eine Suchterkrankung vor, hieran halten wir uns als Suchtmediziner und Psychiater, ich habe Ihnen im Folgenden die Kriterien aufgeführt, die erfüllt sein müssen, um die Diagnose einer Suchterkrankung zu stellen.

Die WHO führte 1964 den Abhängigkeitsbegriff anstelle des Begriffs der Sucht in die ICD ein, um den Charakter des „Abhängigkeitssyndroms“ als Krankheit zu betonen und so der Stigmatisierung Betroffener entgegenzuwirken. Der Suchtbegriff weise problematische Konnotationen auf, die seiner teils abfälligen Verwendung in verschiedenen historischen und sozialen Kontexten geschuldet seien. Liegen Muster von Substanzgebrauch vor, die eine körperliche oder psychische Gesundheitsschädigung bewirken, ohne dass ein Abhängigkeitssyndrom vorliegt, spricht man von schädlichem Gebrauch (vgl. Modul Medikamentenabhängigkeit). 

Sowohl das ICD-10 als auch das DSM-5 beschreiben das Abhängigkeitssyndrom anhand der folgenden Kennzeichen:

1.    Starker Konsumdrang

2.    Kontrollverlust

3.    Toleranzentwicklung

4.    Körperliche Entzugssymptome

5.    Vernachlässigung anderer Interessen zugunsten des Substanzkonsums.

6.    Anhaltender Substanzkonsum trotz des Nachweises eindeutig schädlicher Folgen

·         Besteht aus medizinischer Sicht die Möglichkeit, dass ein suchtkranker Mensch die Kontrolle über das Suchtmittel Alkohol jemals wieder erlangen kann? Das wäre sicher von vielen Erkrankten ein sehr entfernter Wunschtraum

o   Nein, im Regelfall ist dies nicht mehr möglich, da eben ein essentieller Aspekt der Suchterkrankung der Kontrollverlust über das Suchtmittel (und hier gilt tatsächlich jedes Suchtmittel, ob stoffgebunden oder stoffungebunden) dazu. Tatsächlich handelt es sich um einen Wunschtraum, aus meiner Erfahrung heraus sind auch lange Abstinenzphasen von mehreren Dekaden nicht ausreichend, um eine so weite Distanz von dem Suchtmittel zu erreichen, dass ein kontrollierter Konsum wieder möglich ist. – Dies ist eher auch aus neurobiologischer Sicht begründbar. Da wir wissenschaftlich jedoch eher auf empirische (d.h. Erfahrungswerte) zurückgreifen, kann ein endgültiger Beweis hierfür noch nicht erfolgen.

Karsten Meyer:

Hinsichtlich Ihrer ersten Frage, was ich von der Freigabe von Hanfproduktion in Bezug zur Thematik Sucht denke, kann ich lediglich eine rein persönliche Antwort geben:

·         Ich persönlich halte die Freigabe für hoch bedenklich. Ich kann die Aspekte verstehen, dass versucht werden soll, Cannabinoide aus der Illegalität herauszubekommen und damit ggf. auch die Entwicklung anderer Süchte zu mindern, dennoch erscheint mir die rein politisch motivierte Diskussion diesbezüglich eher nicht produktiv. Die Idee, dass Cannabis nicht mehr über „Dealer“ zu beschaffen ist und somit der Zugriff zu illegalen Substanzen erleichtert wird, ist meinem Erachten nach nur eine „fadenscheinige“ Behauptung – Es bedarf einer erheblichen Aufklärung der Bevölkerung hinsichtlich der Abhängigkeitsentstehung – die nicht erfolgt, hier versagt die Politik ja schon in Bezug auf Alkohol vollständig.

·         Ob es eine Veränderung in der „Suchtlandschaft“ geben wird, wird die Zeit erbringen, eine Aussage diesbezüglich wäre „Kaffeesatzleserei“, hierzu will ich mich nicht hinreißen lassen.

·         Es bedarf dringend einer Anpassung des Verkehrsrechtes, da die Halbwertszeit von Cannabinoiden erheblich länger ist, als z.B. bei Alkohol und somit die Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit länger andauert, auch hier bedarf es einer deutlich verbesserten Aufklärung, die bislang nicht erfolgt. (Hinsichtlich der legalen Nutzung von Alkohol haben wir deutschlandweit schon eine erhebliche Menge von Menschen, die krankheitswertig diese Substanz konsumieren, mit erheblichen Beeinträchtigungen auf persönlicher, wie auch auf wirtschaftlicher Ebene).

·         Das bei chronischer Nutzung entstehende „amotivationale Syndrom“ ist nicht zwingend dosisabhängig, sondern individuell in der Entstehung, sodass eher die Gefahr besteht, dass sich dieses ausweiten könnte und mehr Menschen betreffen könnte, als bisher.

Vielen herzlichen Dank für die Beantwortung meiner Fragen.